
Wir sind Eveline und Verena und leben nun schon ein paar Jährchen vegan. In Sachen Veganismus arbeiten wir seit Ende 2021 eng zusammen und haben noch viel vor.
Im Januar 2022 haben wir den Veganuary in und um Amberg ins Leben gerufen. Ein Jahr später folgte das erste gedruckte Gutscheinheft „VegAnnuary“, welches nun jährlich veröffentlicht wird und im Gegensatz zum veganen Januar ein ganzes Jahr gültig ist. Auf unseren Instagram Blogs „Vegan in und um Amberg“, „Vegan in und um Schwandorf“ und „Vegan in und um Neumarkt“ stellen wir Informationen zu veganen Produkten und Gerichten aus der Region zur Verfügung. Ein Ehrenamt, welches viel Verantwortung mit sich bringt. Dieser Aufgabe kommen wir höchstmotiviert und vor allem aus tiefster Überzeugung gerne nach.
Wir arbeiten unabhängig und unentgeltlich. Wenn wir von Unternehmen eingeladen werden oder Produkte kostenlos zum Testen erhalten, kennzeichnen wir das transparent mit „Werbung“. Alle anderen Beiträge sind unbezahlte Empfehlungen, die aus eigener Überzeugung entstehen – also „unbezahlte Werbung“.
Es ist so toll, dass wir immer wieder motivierende Resonanz von euch bekomme, unsere Meinung gefragt ist und unser Networking Früchte trägt! Meldet euch gerne, wenn ihr Fragen oder Anregungen habt. Dies gilt selbstverständlich auch für die Gastronomie, den Handel usw.
Last but not least: Nachfrage bestimmt definitiv das Angebot! Wir haben das in den vergangenen Jahren so oft gemerkt! Wir alle stimmen mit unseren Füßen und unserem Kassenbon pro oder contra Tierleid, Klima, Umwelt… ab.
Unsere veganen Lebensläufe

Eveline Hackenberg
- Baujahr: 1968
- Gründerin des Instagram-Accounts & Bloggerin veganinundumamberg
- Ambergerin
- Veganerin seit 2018
- Herzensprojekt: „VegAnnuary“ – veganes ganzjähriges Gutscheinheft für die Region
Mein Name ist Eveline, ich bin Baujahr 1968 und lebe seit 2018 vegan (zuvor pescetarisch). Das zeigt, dass es für ein Umdenken nie zu spät und Veganismus keine Generationensache ist, die nur Leute unter 30 betrifft. Ja, auch ich sehe, dass unsere Follower*innen zum großen Teil weit jünger sind als ich selbst, das mag aber wenigstens zu einem kleinen Stück der Tatsache geschuldet sein, dass Insta nicht die bevorzugte Plattform von Ü-50ern ist…
Schon als Kind habe ich nicht gerne Fleisch inkl. Geflügel und Fisch (als ganzes Stück/Tier) gegessen, trotzdem aber Produkte wie beispielsweise Bratwurst, Hack, Hähnchengeschnetzeltes oder Fischfilet mit Genuss verzehrt. Mit der Zeit hat sich das immer mehr reduziert, bis ich „nur noch“ Fisch gegessen habe, weil das ja „kein Fleisch“ ist. Nicht zu vergessen viiieeel Käse, auf den ich glaubte, „niemals verzichten zu können“. Und Milch, Quark, Sahne, Joghurt sowieso – denn „die Milch macht’s“ und ohne das ganze Kalzium würden meine Knochen ja bestimmt nicht so stark geworden sein und ein Leben lang der Osteoporose trotzen können. Der Werbung sei Dank, auch ich bin darauf hereingefallen und hatte Jahrzehnte – ohne Übergewicht, nur dank familiärer Disposition – immer zu hohe Cholesterinwerte, obwohl ich ja gar kein Fleisch und keine Wurst mehr gegessen hatte. Außerdem – was sollte an Eiern von freilaufenden Hühnern, Milch von glücklichen Weidekühen und Honig von fleißigen Bienen schließlich schon schlimm sein???
Die Wende kam bei mir zum Jahreswechsel 2017/18, als ich durch Zufall über den „Veganstart“ von PETA gestolpert bin. Ein 30-Tage-Programm, das mir jeden Tag mehr mit Informationen die Augen geöffnet hat. Ganz ehrlich – ab da konnte ich sehr gut selbst auf meinen heißgeliebten Käse „verzichten“. Jedoch habe ich es allerdings seitdem nie als Verzicht betrachtet, vegan zu leben, sondern es hat mir im Gegenteil viele neue Horizonte eröffnet, neue Erfahrungen und Freundschaften beschert.
Mein unmittelbarer Einstieg in den Veganismus war also die Vermeidung von Tierleid. Ziemlich schnell habe ich dann aber gesehen, dass damit so viel mehr einhergeht! Die Umwelt, das Klima, Wasser- und Landverbrauch, Hungersnöte, Menschenrechte, Zoonosen, Pandemien, Antibiotikaresistenzen, die Gesundheit der Bevölkerung im Allgemeinen. By the way – auch meine Cholesterin- und der Rest meiner Blutwerte sind nun viel besser! Und das ohne jegliche Einbuße in Sachen Genuss oder hinsichtlich der Mengen, die ich zu mir nehme.
Im Laufe der Zeit war mir auch die Umstellung außerhalb der Ernährung, nämlich bei Kleidung, Schuhen, Möbeln usw. wichtig. Geht alles! Ich werfe aber nichts weg, was sich in Jahren und Jahrzehnten (gar Jahrhunderten) an Tierischem angesammelt hat, lasse alles im Sinne der Nachhaltigkeit – vegan – reparieren, trage und benütze es auch weiterhin. Bei Neuanschaffungen achte ich jedoch darauf, dass kein Tier mehr für mich leiden oder gar sein Leben lassen musste.
Ein paar Monate nach meinem Umstieg, also in meinen veganen Anfängen, habe ich dann meinen 50. Geburtstag gefeiert, den Caterer sowie die Konditorin vor die Herausforderung eines veganen Buffets bzw. einer veganen Geburtstagstorte gestellt und meine Gäste vor vollendete Tatsachen. Einziges „Zugeständnis“ damals: Wer absolut nicht auf Fleisch verzichten „konnte“, hatte die Möglichkeit, zu all den veganen Köstlichkeiten etwas Hähnchengeschnetzeltes zu bekommen. Das würde ich heute nicht mehr tun – jetzt gäbe es gar nichts Tierisches mehr!
Die Köchin des Caterers hat sich im Nachhinein jedenfalls bei mir bedankt, weil sie sich erstmals mit dem Thema „vegane Küche“ auseinandersetzen „musste“ und dabei viel Neues erfahren hat. Die Konditorin, deren veganes Erstlingswerk meine Torte war, hat mir alle veganen Zutaten, die sie nicht verbraucht hatte, mitgegeben, da sie diese ja nie wieder brauchen würde. Falsch gedacht! Das Lokal hat in der Folge regelmäßig vegane Speisen angeboten und die Konditorei hat seither dauerhaft rein pflanzliche Kuchen/Torten im Programm.
Einschränkend fand ich es nur, in Restaurants als Veganer*in ausschließlich die Wahl zwischen Salat, Nudeln oder Pizza jeweils mit Tomatensauce oder Pommes mit Ketchup zu haben, wobei man ja auch hier nachfragen muss, ob keine Milch, kein Ei oder tierisches Fett verwendet wurden. Für mich kulinarisch öde, für meine Begleitungen nervig, wenn ich mal wieder die „Sally“ (meine Generation weiß, was gemeint ist…) gegeben und viel umbestellt hab.
Deshalb habe ich dann am 01.02.2021 den Insta-Account „Vegan in und um Amberg“ gegründet, auf dem ich nach und nach – selbst getestete – vegane Angebote zusammentragen sowie durch Nachfrage und Beharrlichkeit (böse Zungen mögen es Penetranz nennen) auch anstoßen konnte.
Im Herbst 2021 durfte ich dann Verena kennenlernen und seither sind wir als veganes Dream-Team unzertrennlich! Danke, Verena!

Verena-Sophia Schneider
- Baujahr: 1993
- Veganerin seit 2013
- Hauptberuflich: Digital Sales Managerin
- Ehrenamtliches Herzensprojekt: „VegAnnuary“ das vegane Gutscheinheft
Ich heiße Verena, wurde 1993 geboren und habe mich 20 Jahre später dazu entschieden, vegan zu leben.
Mein „Sinneswandel“ war alles andere als einfach: Fleisch, Wurst, Käse und Fisch habe ich geliebt – Gemüse, Suppen und Mehlspeisen hingegen nie als vollwertige Nahrung akzeptiert. Ich war quasi das genaue Gegenteil einer Veganerin.
Als meine Freundin den Fotowettbewerb einer Veggie-Organisation gewonnen hat, habe ich ihr zuliebe eine Woche vegetarisch gelebt. Sie war schon lange vor mir Vegetarierin und hat mich mit allem Möglichen rund ums Thema versorgt – obwohl ich davon eigentlich gar nichts wissen wollte. Die erste vegetarische Woche habe ich dann auch ewig vor mir hergeschoben. Aber irgendwann dachte ich mir: „Es kann doch nicht so schwer sein. Ich probier’s einfach mal.“
In dieser Woche habe ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt – und aus dieser einen Woche wurde schließlich eine dauerhafte Entscheidung. Seit über 11 Jahren habe ich kein Fleisch mehr gegessen, obwohl ich den Geschmack anfangs wirklich vermisst habe. Ich habe geweint, geflucht, fand alle Menschen blöd – und mich selbst auch. Gemüse war immer noch eklig, aber Nudeln und Pommes mochte ich – das war meine kulinarische Rettung, sonst wäre ich womöglich verhungert.
Der Weg zum Veganismus war dann nochmal eine größere Herausforderung – vor allem gegen mich selbst, meine Gewohnheiten und gegen all die Menschen, die mich belehren oder vom Gegenteil überzeugen wollten. Immerhin: Ich hatte mittlerweile Gemüse für mich entdeckt, experimentierte viel in der Küche und mein kulinarischer Horizont wuchs enorm.
Mit der Zeit wurde mir klar, dass eine vegetarische Ernährung für mich nicht mehr ausreichte – nicht, wenn ich meine Überzeugungen in Bezug auf Umwelt, Klima und Ethik ernst nehme. Also war der nächste logische Schritt: vegan leben.
Aber dann stand ich vor dem größten Problem: Kääääse.
Wie zur Hölle soll man auf Käse verzichten? Wie kann man jemals wieder glücklich Pizza oder Lasagne essen? Ich hatte keine Ahnung. Also zwang ich mich einfach dazu, ohne lange drüber nachzudenken. Ein Schulreferat kam mir damals gelegen: Ich konnte schlecht ein überzeugendes Referat halten, ohne selbst danach zu leben. Und so habe ich mich im Februar 2013 selbst „zwangsveganisiert“.
Es war hart. Richtig hart. Aber ich war eisern – und heute ist Lasagne (auch ohne Käse!) immer noch mein Lieblingsessen. Und damit ködere ich bis heute mein Umfeld.
Inzwischen ist das vegane Leben für mich ganz selbstverständlich geworden. Ich weiß, wo ich einkaufen kann, checke Inhaltsstoffe im Schlaf, und meine Familie und Freunde legen mir keine Steine in den Weg – im Gegenteil, sie sind interessiert und probieren gerne mit.
Ich liebe mittlerweile Gemüse und Tofu und habe sogar angefangen, mich mit Seitan anzufreunden. Es gibt ein paar Basics, die aus meiner Küche nicht mehr wegzudenken sind:
– Kala Namak (Schwefelsalz, das an Eier erinnert)
– Hefeflocken (die Gerichte „käsiger“ machen)
– Sojaschnetzel (in verschiedenen Größen, lange haltbar und vielseitig einsetzbar – z. B. wie Hack, Gyros oder Medaillons)
Es war nicht immer leicht, hat viele Nerven und unzählige Diskussionen gekostet. Aber es hat mir so viel mehr gegeben als genommen: neue Geschmackserlebnisse, spannende Gewürze aus aller Welt – und vor allem wunderbare Freundschaften, die sich durch diesen Weg entwickelt oder gefestigt haben. ♥